+++   G  R  Ü  N  D  U  N  G   +++
 
1947 wurde die Union OBERSCHÜTZEN aus der Taufe gehoben.

Die Oberschützer Handballherren feierten sogleich große Erfolge,
und entfachten im Ort einen wahren Handball - Boom !

Schüler und Lehrer der LBA und des Realgymnasiums waren seit jeher als gute Sportler bekannt. So mag es kaum verwundern, daß schon bald nachdem die Wunden, die der 2. Weltkrieg verursacht hatte verheilt waren, sportliches Engagement wieder ganz oben auf der Tagesordnung in Oberschützen stand.
Dem Konviktsleiter des Internats Oberschützen, Prof. Dr. Josef Hornung, blieb es vorbehalten, erste Schritte zur Gründung eines eigenen Sportvereins in die Wege zu leiten. Vereinsstatuten wurden verfaßt, eine eigene Dachorganisation gesucht. Diese fand man in Eisenstadt, wo in dem damaligen Union-Sekretär Leopold Neubauer ein Förderer des Oberschützer Vorhabens gefunden wurde. Im November 1947 war es dann schließlich soweit. Die "Österreichische Turn- und Sport-Union Oberschützen, Burgenland Sektion Handball für Männer und Frauen" wurde aus derTaufe gehoben. Ihre Leitung oblag erfahrenen, sportbegeisterten Männern. Als Obmann fungierte Hans Werthner, für die Finanzen wurde als Kassawart Wilhelm Hutter verantwortlich. Weitere Spieler und Gründungsmitglieder aus der Anfangsära der Union  Oberschützen: Karl Klenner, Fritz Just, Hans Neubauer, Karl Pratscher, Fritz Karner und Hans Hatvan. Erste Mitgliedsausweise und erstes Training gab es dann im Jänner 1948, zumal die Frühjahrssaison gleich erfolgreich bestritten werden sollte. Das erste improvisierte Freundschaftsspiel ging dann im Frühjahr 1948 über die Bühne. Eine Mannschaft aus Pinkafeld konnte besiegt werden. Symptomatisch und kennzeichnend für die große Sportbegeisterung in Oberschützen war ab diesem Zeitpunkt bereits der stets große Zuschauerandrang, der die Fans bis knapp außerhalb des Spielfeldrands Platz nehmen ließ. Oberschützen wurde nach und nach zum burgenländischen Handball - Mekka, wohin vor allem Gegner aus der benachbarten Steiermark wie Hartberg, Köflach, Voitsberg, Bärnbach, Graz und viele andere mehr regelmäßig pilgerten. Auch überregional waren die Oberschützer Handballherren erfolgreich tätig. Die meisten Spieler der damaligen Burgenlandauswahlen stammten ebenfalls aus dem Schulort. Schlagzeilen wie "Der Sturm der Oberschützer in alter Schußlaune, die Hintermannschaft unüberwindbar" (aus der "Oberwarter Zeitung " vom 12. August 1951  als ein 13 zu 6-Erfolg gegen das steirische Rosenthal beschrieben wurde) waren keine Seltenheit. Zwei Wochen später besiegte Oberschützen beispielsweise den steirischen Ligaverein Hartberg vor 400 Fans mit 17 zu 14. Im Zeitungsbericht hieß es unter anderem: "Karner, Kranich und Bertl hielten ihre gefährlichen Gegner in Schach und bauten immer wieder neue Angriffe auf, die von Jany, Friedl und Klein der Reihe nach in unhaltbare Goals verwandelt wurden."
1953 ging der Handball-Boom im Oberschützen jedoch zu Ende, die Handballsektion schloß ihre Pforten. OSR Hans Neubauer erinnert sich an die Gründe:
"Viele Spieler gründeten Familien und waren aus beruflichen und zeitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, diesen Sport weiterhin auszuführen." An die Stelle des Handballs trat im selben Jahr bereits König Fußball. Eine eigene "Fußballsektion Oberschützen" nahm den Betrieb auf. Sie präsentierte sich am 8. Oktober 1953 bei einem Freundschaftsspiel gegen Jabing, das im übrigen 4 zu 3 gewonnen werden konnte, erstmals der Öffentlichkeit. Etliche Handballspieler wechselten ins Lager der Fußballer, was auch im Matchbericht seinen Niederschlag fand: "Der als burgenländische Handballauswahltormann bekannte Willi Hatvan bewies, daß er auch im Fußball als linker Flügel seinen Mann zu stellen weiß. Überhaupt finden sich in den Reihen der jungen Fußballelf einige bekannte Handballauswahlspieler des Burgenlandes, wie Johann Gustav Neubauer, Hans Friedl, Alfred Jany und nicht zuletzt der schußgewaltige Handballstürmer Karl Klenner, der sich auch diesmal mit einem Treffer beteiligte." Im Vorspiel hatte sich die Jugend Oberschützen gegen ihre Kollegen aus Unterschützen mit 4 zu 1 durchsetzen können. Trainiert wurde diese erste Oberschützer Fußballmannschaft von Prof. Karl Schäfer, Teilnehmer an der Berliner Olympiade 1936 und im Fußball damals selbst noch als rechter Flügelstürmer aktiv. Es sollte letztendlich aber bis zum Jahr 1957 dauern, ehe eine Oberschützer Fußballmannschaft am burgenländischen Meisterschaftsgeschehen teilhaben durfte.

+++   F  U  S  S  B  A  L  L   +++

Fußball in Oberschützen war immer vom ständigen Wechsel zwischen Hoch und Tief gekennzeichnet.. Konstant will man beim Fußballverein aber vor allem in zweierlei Hinsicht sein: Die Nachwuchsarbeit wird forciert, und das Bemühen ist groß, die ganze Ortsbevölkerung am regen Vereinsleben teilhaben zu lassen.
Aller Anfang ist schwer. Diese Weisheit traf auch auf die Fußballsektion der Union Oberschützen zu. Die Sektion wurde zwar bereits 1953 ins Leben gerufen, es dauerte aber letztlich vier weitere Jahre, ehe an ein Mitwirken am burgenländischen Meisterschaftsgeschehen zu denken war. Johann "Jontschi" Pinter, einer der Männer der ersten Stunde, erinnert sich heute: "Schon 1950 gab es eine Hobbymannschaft, die zum großen Teil aus der damaligen Handballmannschaft gebildet wurde. Da im Burgenland nur sechs Mannschaften aktiv waren, gab es nur sehr wenige Spiele. Erst 1957 war es soweit, daß die Sektion Fußball an einer Meisterschaft teilgenommen hat. Handball war nach dem tragischen Tod von Karl Klenner bereits 1953 im Out. Am Anfang war es allerdings sehr schwer, mit den anderen Vereinen mitzuhalten. Aber langsam nahm die Spielstärke zu, auch deshalb weil aus der Schülermannschaft viele Spieler nach und nach in die erste Mannschaft aufgenommen wurden." Pinter selbst veränderte sich im Jahr 1960 beruflich und mußte Oberschützen ade sagen. Rückblickend meint er: "Ich glaube, einen guten Grundstock an Spielern hinterlassen zu haben, die dann in den sechziger Jahren eine sehr gute Mannschaft gebildet hatten."
Die Anmeldung beim Burgenländischen Fußballverband erfolgte exakt am 15. Juli 1957. Erst gar nicht bescheiden ersuchte man in einem Schreiben gleich um die Spielberechtigung in der 1. Klasse Süd, "da sämtliche Spieler unserer Sektion bereits in der 1. Klasse Süd bzw. in der Landesliga gespielt haben". Der erste Vereinsvorstand des UFC Oberschützen bestand aus Obmann Dr. Josef Hornung, Obmann-Stellvertreter Ludwig Kirnbauer, Schriftführer Robert Klein, Kassier Hermann Hutter und Sektionsleiter Josef Loschy. Im Februar 1958 wurde dann ein neuer Vorstand bestellt. Schriftführer wurde Alfred Jany, als Trainer agierte Prof. Karl Schäfer.
Der UFC Oberschützen installierte im übrigen sehr bald auch einen sogenannten "Vergnügungswart", womit die in Oberschützen gern geübte Geselligkeit und Fröhlichkeit selbst in den Vereinsstatuten ihren Niederschlag fand.
Gespielt wurde vorderhand am Platz des Gymnasiums, was allerorten als wenig befriedigender Zustand eingestuft wurde. Demzufolge verhandelte Obmann Dr. Hornung auch alsbald mit den Gemeindeoberen betreffend einer eigenen Spiel- und Heimstätte für den UFC. Nicht zuletzt auch der Unterstützung des Fußballbegeisterten Oberamtsmannes und gleichzeitigen Vereinsschriftführers Alfred Jany war es dann zu verdanken, daß als Erfolg der Bemühungen ein Grundstück für einen Sportplatz auf der sogenannten "He" lukriert wurde. Die "He", das war ein Höhenrücken in der Nähe des Oberschützer Bahnhofs an der Straße nach Jormannsdorf. Als Unikum für damalige burgenländische Verhältnisse wurden bei der Errichtung des Fußballplatzes im Jahr 1958 sogar Kabinen installiert, die dann bis zum Neubau eines Vereinshauses im Jahr 1995 in permanenter Verwendung standen. Am Oberschützer "Bergstadion" wurde schließlich 1977 auch eine Flutlichtanlage errichtet, der Platz selbst wurde zwei Jahre später zum erstenmal totalsaniert. Die zweite Restauration der Spielstätte fand dann 1995 im Zuge des Baus des Vereinshauses statt.
Das sportliche Schicksal des UFC Oberschützen war von steten Höhen und Tiefen gekennzeichnet. Im Gründungsjahr 1957 wurde in der 2. Klasse begonnen. Bereits ein Jahr später fand man sich dank veränderter Gruppeneinteilung in der 1. Klasse Süd wieder. Auch am Transfermarkt war man alsbald sehr eifrig engagiert. So geht aus Vereinsunterlagen hervor, daß im Mai 1964 ein gewisser Alec Holt aus Caddesden im englischen Derby seine Fußballkünste kurzfristig in Oberschützen darbot. Artig hatte der ÖFB für die Südburgenländer zuvor um die Freigabe des Spielers beim englischen Fußballverband angesucht. In der 1. Klasse hielt man sich insgesamt elf Jahre lang, um dann 1968/69 fürdie große südburgenländische Fußball-Sensation zu sorgen. Eine Saison zuvor lag der UFC Oberschützen nämlich abgeschlagen und ziemlich perspektivenlos am elften Tabellenplatz und wurde von vornherein als potentieller Abstiegskandidat gehandelt. Doch die Mannschaft mit Geischnek, Bruckner, Metzger, Murlasits, Taucher, Huber, Hofer, Scholz, Klenner, Leirer, Werthner und Brunner riß sich mächtig am Riemen und schaffte mit dem wahrlich unerwarteten zweiten Platz hinter Meister Kohfidisch den Aufstieg in die 2. Liga Süd. Daß bekanntlich das Glück ein Vogerl und ziemlich flügge unterwegs ist, mußte Oberschützen bereits ein Jahr " später erkennen. Platz 14 bedeutete die schicksalsträchtige "Rote Laterne" in der Liga, und der Absturz setzte sich leider 1971 gleich weiter fort. Der viertletzte Rang in der 1. Klasse bedeutete den Fall in die 2. Klasse A Süd, wo man anschließend allerdings ganz vorne mitspielte. Der Wiederaufstieg in altbekannte Gefilde, sprich in die 1. Klasse, wurde 1975 vollbracht. Und neuerlich bewahrheitete sich die Fußballer- Theorie, wonach der Ball rund ist (schlag nach bei Sepp Herberger) und ein Spiel 90 Minuten dauert (schlag nach im Regelhandbuch). 1980 sorgte nämlich ein neunter Platz der Oberschützer Ballesterer für neuerlich reichlich Gähnen bei der Konkurrenz, das Letztgenannter ein Jahr später ordentlich verging. Platz 2 katapultierte Oberschützen neuerdings und abermals eher unverhofft in die 2. Liga Süd. Das Entscheidungsspiel unter Trainer Fritz Klenner fand auswärts in Bernstein statt. Ein Sieg mußte her. Und er kam her. Resümee in der BF: "Mit einer starken ersten Hälfte, in der die Gäste eine 6:0-Führung erreichten, war schon alles entschieden." Die Helden des UFC Oberschützen anno dazumal: Gerhard Schön, Sigi Schranz, Manfred und Josef Horvath, Johann und Walter Hahn, Reinhold Polster, Bernd Jany, Werner Frühwirt, Christian Buchas, Hannes Aublinger, Harald Neubauer, Otmar Brunner, Fritz Kirnbauer sowie Dietrich Frank.
Und wieder -fast scheint es das Gesetz der Serie zu sein -dauerte das Fußball-Glück nur relativ kurze Zeit: 1983/84 stieg man neuerlich in die 1. Klasse ab, was sieben Stammspieler dazu veranlaßte, ihre Fußballschuhe an den berühmten Nagel zu hängen. So mag es einen dann wenig verwundern, daß nur eine Saison später, also 1984/85, nach bloß vier Siegen in 22 Begegnungen der "Durchmarsch" in die 2. Klasse A Süd vollzogen war. Dort rangierte der UFC Oberschützen mit teils wechselnden Erfolgen bis zum ominösen Jahr 2000, wo unter dem Trainerduo Thomas Böhm und Johann Roth der Aufstieg in die 1. KLasse A Süd ( paradoxerweise wieder mit einem 2.Platz ) gelang. Anscheinend gelingen Aufstiege nur mit dem 2. Platz. 

 
DAS NEUE VEREINSHAUS

+++ Auf gut gebaut kommt`s an +++

Wohl nur die gute Kameradschaft machte es möglich, dass es dem UFC Oberschützen 1995 gelang, in praktisch einem halben Jahr einen Prachtbau aus dem Boden zu stampfen. Das Vereinshaus ist 23 Meter lang und 8 Meter breit. Neben der Heim- und Gästekabine (inklusive der sanitären Anlagen) stehen auch Räumlichkeiten für Büro, Schiedsrichter, Geräte, Aufenthalt sowie eigene Toilettenanlagen für die Sportplatzbesucher zur Verfügung. Gegen Kälte schützt die Wärme einer E-Heizung. Die Warmwasseraufbereitung geschieht mittels Sonnenkollektoren. Unterstützt wurde das Oberschützer Bauprojekt vom Land Burgenland, der Sport-Union und der Gemeinde Oberschützen. Im Rahmen einer Baustein-Aktion brachte die Oberschützer Bevölkerung rund 85.000 Schilling an Spenden auf. Dies alles hätte aber nie und nimmer gereicht, wenn nicht unzählige freiwillige Helfer bei jedem Wind und Wetter ihre Arbeitskraft zur Verfügung gestellt hätten. Obmann Werner Stecker: "Ich möchte deshalb nur stellvertretend diejenigen erwähnen, die praktisch über den gesamten Zeitraum des Kabinenbaus an vorderster Front gestanden sind. Das waren Ernst Schlager sen., Fritz Klenner, Erich Jany sen. und jun., Karl Absenger und Leander Piff." Mit welcher Aufopferung gewerkt wurde, beweist allein das Beispiel des Gerhard Horvath. Der Oberschützer erledigte die Installation der gesamten Sanitäranlagen binnen vier Tagen, wobei er einmal sogar eine Nacht durch- arbeitete